Geschichten aus Kappadokien

Die Legende der Karamanoğlu Moschee
Geister und Feen in UçhisarDie Geisterhochzeit
Der Besuch des weisen Derwisch
Kindheitserinnerungen aus Kappadokien


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Eine ungewöhnliche Genesung
Seit einiger Zeit schon plagte den Mann aus Uçhisar seine Krankheit, doch dieses Mal war es viel schlimmer als sonst. Er befolgte die gut gemeinten Ratschläge von Freunden und Nachbarn, doch kein Kraut und keine Medizin konnten seine Schmerzen lindern. Da nun beschloss der gepeinigte Mann sein Krankenlager zu verlassen, um jemanden zu finden, der ihm helfen konnte wieder gesund zu werden. Auf einem seiner Spaziergänge begegnete er zufällig einem Freund. Erstaunt über den Zustand des Kranken, fragte er neugierig, was ihm widerfahren sei und erfuhr so von dessen Leiden.
„Mach Dir keine Sorgen mehr.“, versuchte er seinem kranken Freund Mut zuzusprechen. „Ich werde für dich ein Muska schreiben, und du wirst sehen, wie schnell Du wieder gesund bist!“ Die beiden suchten sich ein schattiges Plätzchen, und sofort begann der Wohltäter einige Worte auf ein kleines Stück Papier zu kritzeln. Neugierig rutschte der Kranke näher heran und schaute auf das Geschriebene, doch da er weder lesen noch schreiben konnte, sahen für ihn die arabischen Buchstaben aus wie Spuren eines kleinen Skorpions im weichen Sand. Wenig später wurde der Zettel zu einem kleinen Dreieck gefaltet, und mit ernster Miene übergab ihm sein Freund das winzige Päckchen. „Trag dieses Papier immer bei Dir, ganz gleich wo Du auch bist.“, sagte er mit verschwörerischer Stimme. „Du wirst sehen, dass deine Krankheit schnell vergessen sein wird.“

Tief beeindruckt und voller Hoffnung nahm der Mann das Muska entgegen und steckte es in seine Westentasche, wo es von nun an bleiben sollte, denn er glaubte fest an seine Wirkung. So war es für ihn auch nicht überraschend, dass die Schmerzen von Tag zu Tag schwächer wurden, bis er sich wieder gut und genesen fühlte.
Beeindruckt von der außergewöhnlichen Kraft der heilenden Worte wollte der Mann nun unbedingt wissen, was auf dem kleinen Zettel geschrieben stand. Er ging zur Moschee und fragte den Imam. Als der die Geschichte der schnellen Genesung hörte, wurde auch er neugierig und um das Geheimnis zu lüften, las er laut vor:
“Krankheit, lass ab von diesem Hund und komm nicht mehr zu ihm zurück, sonst kann es Dir passieren, dass Du für immer bei ihm bleiben mußt!“...man muss eben nur fest daran glauben.
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Muska
Ein Muska war und ist noch heute ein oft gebräuchlicher Glücksbringer.
Von einem Imam wird ein oder mehrere Koranverse in Arabisch
niedergeschrieben, Worte, die speziell nach dem jeweiligen Anlass
ausgewählt wurden.
Versteckt im Haus soll das Muska die Bewohner schützen oder, trägt
man es bei sich, den Einzelnen.

