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Kultur und Geschichte
Sonne und Meer
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KAPPADOKIENDie außergewöhnliche Struktur und Landschaft Kappadokiens erlangt seine Berühmtheit durch das Zusammenwirken von Natur und Geschichte, einzigartig in seiner Art. Vor 60 Mio. Jahren formten enorme Kräfte ein mächtiges Gebirge. 10 Mio. Jahre später entluden die aktiven Vulkane, Hasan Dagi (3.268 m), Melendiz (2.898 m) und Erciyes Dagi (3.917 m) ihre Energie in einem gewaltigen Ausbruch und bedeckte die gesamte Region mit einer dicken Lavaschicht. Eine Mischung aus Basalt, Asche und Sand formte ein Hochplateau unterschiedlicher Dichte und Festigkeit. Für tausende und abertausende von Jahren verwandelte Erosion die Landschaft in ein geologisches Wunderland.
Durch stetigen Wind entstehen weiche und runde formen, während der Regen einen horizontalen Effekt erreicht, Flüsse und Bäche entfalten ihre Kraft vertikal. So wurden durch die Kräfte der Natur weich geschwungene Steinformationen, tiefe Täler und die berühmten Feenkamine erschaffen.

Dort, wo das Tuffgestein von Basalt bedeckt war, schritt die Erosion unter der harten Schicht schneller voran. Wind und Regen wuschen den weichen Tuff aus und im Laufe der Zeit entstanden unzählige Felsnadeln, überdacht von widerstandsfähigerem Basalt, vergleichbar mit einer überdimensionalen Säulenhalle. Mit fortschreitender Erosion brachen Stücke dieser Basaltdecke ab und nur auf der Spitze der Tuffkegel blieben vereinzelt Platten erhalten, die auch heute noch teilweise gut sichtbar sind. Was aussieht wie die Arbeit eines begnadeten Künstlers ist ein Meisterwerk der Natur. Andernortes war es tatsächlich Menschenhand, die sich die von der Natur vorbereiteten Gegenbeheiten zu Nutze machten und weitere Wunderwerke schufen: Die Felsenkirchen und -klöster, sowie die unterirdischen Städte Kappadokiens.
Der exakte Grenzverlauf Kappadokiens ist seit je her von den Historikern umstritten. Die weitreichendste Übereinstimmung besagt, dass die Städte Kayseri im Osten, Aksaray im Westen, Niğde im Süden und Kırşehir im Norden die vier Grenzstädte der ehemaligen Provinz markieren. Das Herzstück bilden die Orte Ürgüp, Avanos und Nevşehir.
Die
ersten Besiedlungsspuren stammen aus der Zeit ab ca. 8000 v.Chr..
Seither regierten verschiedene Herrscher, von den Phrygern und Hetitern,
über die Lyder und Perser. Im 4. und 5. Jhd. n.Chr. begann die
Geschichte der Byzantinischen Höhlenkirchen und -klöster. Waren es
zuerst Eremiten, die sich in die absolute Isolation kleiner Höhlen
Zu
Beginn des 10. Jhd. n.Chr. fällt Kappadokien in türkmenische Hand; es
beginnt die Islamisierung der Bevölkerung. Trotzdem die
unterschiedlichen Glaubensrichtungen neben- und miteinander in einer
entspannten Atmosphäre von Toleranz lebten, zogen es mehr und mehr
christliche Familien vor, sich in direkterer Nähe miteinander
anzusiedeln. 
So entstanden Enclaven der Minderheiten und nachdem die
Kirchen der von der griechischen und armenischen Bevölkerung verlassenen
Orte verwaisten, nutzten die ansässigen Muslime diese leer stehenden
Höhlenräume als Wohnraum für ihre Familien, was oft fälschlicherweise
als respektloses Verhalten angesehen wurde.
Quelle: Uçhisar Unfolding von Evelyn Kopp
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