Geschichten aus Kappadokien

Die Legende der Karamanoğlu Moschee
Geister und Feen in UçhisarDie Geisterhochzeit
Der Besuch des weisen Derwisch
Kindheitserinnerungen aus Kappadokien


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Die Geister und Feen von Uçhisar
Unzählige Geschichten ranken sich um die Geister und Feen von Uçhisar. Man erzählt sich, sie leben verborgen in den dunklen Gängen und Höhlen der un-bewohnten Häuser des Dorfes, in Ruinen und Feenkaminen, ja sogar in der Burg von Uçhisar. Die meisten dieser Kreaturen jedoch treiben ihr Unwesen in der Aşağı Mahalle, dem unteren Viertel des Dorfes. In der Dunkelheit und Stille der Nacht huschen sie durch die Straßen, verschwinden hinter einer Ecke oder in einer Höhle.
Selten bekommt man Geister oder Feen zu Gesicht; sie sind unsichtbar. Doch wenn sie es wollen, verwandeln sie sich und treten ihren Opfern in den ungewöhnlichsten Formen und Gestalten entgegen.
Geister erscheinen zumeist in Tiergestalt, als Ziegenbock, doch es ist ihnen ein Leichtes, sich in einen gutaussehenden jungen Mann zu verwandeln. Urplötzlich wie aus dem Nichts springen die Cinler, egal ob in Tier- oder Menschengestalt, aus einer Höhle oder von einer der Terrassen, die Augen ihrer Fratzen wie glühende Kohlen, laut schreiend mit weit aufgerissenem Maul, um Angst und Schrecken zu verbreiten.
Die Feen hingegen bevorzugen ihre eigene Methode. Sie erscheinen jungen Männern als wunderschöne Geschöpfe, groß und schlank, mit langem, glänzendem Haar, und in ihren Augen glüht nicht das Böse, sondern Verlangen. Mit ihren betörenden Stimmen, die leise den Namen des Erwählten ausrufen, locken sie ihn, ihnen zu folgen. Wie hypnotisiert und unter Zwang folgt ihnen jeder Mann, dessen Gedanken unwillkürlich abschweifen, und im Geist befindet er sich bereits im Paradies der Feen. Doch Vorsicht! Urplötzlich ist man umgeben von den Feuern einer brennenden Hölle und niemand weiß genau, welche Kreaturen dort lauern. Es sind allein die Periler, die das Tor zur Wirklichkeit zu öffnen in der Lage sind.
Hier und da kann man die Geister und Feen bemerken, auch wenn sie unsichtbar sind. An besonders heißen Sommertagen entdeckt man sie überall auf den staubigen Straßen und Plätzen des Dorfes. Zwar kann man sie nicht hören, doch plötzlich kann man sie sehen. In dem feinen Sand am Boden bilden sich Wirbel die sich drehen und drehen, mal im Kreis, dann wieder geradewegs auf uns zu oder um uns herum, mal hinter unserem Rücken und dann wieder direkt vor uns. Und plötzlich ist der Wind verschwunden, die Straße wieder still.
Diese Erscheinung nennt man Cin Düğün oder die Hochzeit der Geister. Geradeso wie wir, tanzen auch die unsichtbaren Geister, feiern und zelebrieren das Brautpaar. Um die „Hochzeitsgesellschaft“ zu vertreiben, muss man laut und deutlich ausrufen: „Geist, ich habe die Hüften deiner Braut gesehen!“ und schon verschwinden die Geister, kehren zurück in ihre dunklen Verstecke.
Doch vielleicht warten sie dort nur auf eine Gelegenheit, erneut Furcht und Verzweiflung zu verbreiten und vielleicht sind das nächste Mal Sie selbst das Opfer.
Die Geisterhochzeit - Cin Düğünü
Dieses interessante Phänomän kann, wissenschaftlich erklärt, weder Angst noch Schrecken verbreiten. Rational betrachtet, entstehen die kleinen Windhosen durch den großen Temperaturunterschied zwischen der Boden- und Lufttemperatur an besonders heißen Tagen.Die heiße Luft steigt von dem sandigen Boden auf und verursacht diese Wirbel, die ebenso schnell wie sie entstehen wieder verschwinden. .
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